Lorenzen: „Dolphin-Spezifikationen sind umsetzbar“

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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DIGITAL FERNSEHEN sprach mit Sönke Lorenzen, Gründer und Geschäftsführer von Lorenzen Communication, über die neuen technischen Standards, die im Zuge der Sat-Verschlüsselung durchgesetzt werden sollen.

In der Diskussion um die geplante „Dolphin“-Plattform spielt auch die Frage eine Rolle, inwieweit die Hersteller von Set-Top-Boxen auf die neuen Anforderungen reagieren werden.

Zu einigen dieser Fragen sprach DIGITAL FERNSEHEN mit dem Gründer und Geschäftsführer von Lorenzen Communication.
 
DF: Herr Lorenzen, jeder Boxenhersteller hat die Möglichkeit, Einsicht in die Dolphin-Spezifikationen zu nehmen. Haben Sie dies bereits getan? Inwieweit sind diese Spezifikationen für die Boxenhersteller nachvollziehbar und praktikabel?
 
Lorenzen: Natürlich kennen wir die Spezifikationen und werden uns dem Thema nicht verschließen. Und von der Sache her sind die Spezifikationen eigentlich für jeden Hersteller nachvollziehbar und umsetzbar. Ob die Astra-Entscheidung richtig ist und ob eine Verschlüsselung des Free-TV so schnell kommt, bleibt abzuwarten. Uns als Industrie wäre auf jeden Fall ein einziges Verschlüsselungssystem für die verschiedenen Anbieter lieber.
 
DF: Ist in Ihrem Haus schon eine Entscheidung gefallen, ob Sie Boxen nach diesen Spezifikationen produzieren werden? Wenn ja, wann rechnen Sie damit, erste Dolphin-Boxen im Handel anbieten zu können?
 
Lorenzen: Wir planen unsere Markteinführung im ersten Halbjahr 2007 und werden von Einsteigergeräten bis hin zu high quality mit PVR und CI dabei sein. Wir sind gespannt auf die Marktentwicklung und werden mit unseren Produkten attraktive Nischen besetzen.
 
DF: Wird Ihr Unternehmen zukünftig vermehrt Boxen nach den Vorgaben von Programmanbietern, Netzbetreibern etc. produzieren müssen? Haben FTA-Boxen überhaupt eine Zukunft?
 
Lorenzen: Lorenzen Communication ist seit jeher ein äußerst flexibles Unternehmen. Wir besetzen erfolgreich Nischen und werden auch in Zukunft schnell auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren. Unsere Zielsetzung ist es, den Kunden mit Mehrwerten zu überraschen. Generell kann man sagen, dass FTA der Markt von gestern ist. Wenn es dort aber in Zukunft noch Bedarf an Geräten gibt, werden wir sie weiter liefern.
 
DF: Immer mehr Pay-TV-Anbieter stoßen in den Markt, somit auch immer mehr Verschlüsselungssysteme. Was bedeutet das für Sie als Boxenhersteller?
 
Lorenzen: Wir setzen auf CI und planen Geräte mit mehreren Steckplätzen. Es wäre bedeutend einfacher wenn sich die Programmanbieter auf ein System einigen. Der Kunde will nicht zehn Decoder neben seinem Fernseher zu stehen haben, sondern nur einen. Letztendlich wird das System gewinnen, welches die größte Sicherheit bietet.
 
DF: SES Astra will mit Dolphin der Digitalisierung des Rundfunks den notwendigen Anschub geben. Halten Sie diese Vorgehensweise für richtig oder wird damit ein diskriminierungsfreier Zugang für den Verbraucher verhindert?
 
Lorenzen: Astra stellt den TV-Anbietern Kapazitäten zur Verfügung, über die sie ihre Angebote an einen adressierbaren Kundenkreis verbreiten können. Für regionale TV-Anbieter und Radios beispielsweise ist das weniger maßgeblich, da werden die Terrestrik sowie DVB-T entscheidend sein. Durch die Verschlüsselung wird dies aber bei den bundesweiten Sendern auch ordentlich funktionieren. [sch]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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