Mit sofortiger Wirkung: BBC steigt aus Formel 1 aus

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Formel-1-Fans bekommen bei der BBC ab sofort keine Rennen zu sehen. Denn die britische Fernsehanstalt hat die Übertragungen mit sofortiger Wirkung eingestellt und die TV-Rechte an einen anderen Sender abgegeben.

Was deutsche Fans hierzulande von RTL bekommen, bot in England – zumindest anteilig – die BBC: freiempfangbare Live-Übertragungen der Formel 1. Insgesamt zehn Grand Prix hat die öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt bisher für Zuschauer auf der Insel in ihrem Programm gehabt, doch damit ist nun Schluss. Denn wie die BBC am Montag mitteilte, steigt der Sender mit sofortiger Wirkung und damit drei Jahre vor dem eigentlichen Ende des geschlossenen TV-Vertrags aus der Berichterstattung aus.

Der Sender bedauert diesen „unpopulären“ Abschied, er sei allerdings nötig. Der Grund: der harte Sparkurs, dem sich die BBC aktuell unterwerfen muss. Die aktuelle finanzielle Situation der BBC mache es nötig, harte Entscheidungen zu fällen, so BBC-Sport-Direktorin Barbara Slater. Es sei immer enttäuschend, sich aus einer bestimmten Sportart oder Veranstaltung zurückziehen zu müssen.
 
Der Sparkurs der Rundfunkanstalt sieht vor, die Ausgaben um insgesamt 215 Millionen Euro zu verringern, wobei etwa 50 Millionen Euro aus dem Bereich Sport eingespart werden sollen. Ein signifikater Block davon könne über die Formel-1-TV-Rechte gestemmt werden,  so Slater weiter. Dem Radio will die BBC aber weiter treu bleiben: So wurde der Vertrag für die Audio-Rechte nun bis 2021 verlängert. Damit wird es auch in den kommenden Jahren auf Radio 5 einen Live-Kommentar zu den Rennen geben.
 
Die Formel 1 wird dem britischen Free-TV aber dennoch erhalten bleiben, denn die BBC hat die TV-Rechte an den privaten Sender Channel 4 abgetreten, der nun ab 2016 die Übertragungen von der Rennstrecke in seinem Programm anbieten wird. Wie diese dann im konkreten aussehen werden, bleibt vorerst offen. Der Sender hat aber angekündigt, wie die BBC auf Werbung verzichten zu wollen. Wie sich die TV-Rechte dann refinanzieren sollen, bleibt fraglich.
 
Die BBC hatte sich die TV-Rechte für die Königsklasse des Motorsports 2009 geschnappt und seither die Formel 1 im Programm gehabt. 2012 teilte sich der Sender die Rechte dann mit dem Pay-TV-Anbieter Sky: Während Sky alle 21 Rennen live übertrug, zeigte die BBC nur noch zehn ausgewählte Grand Prix in voller Länge. Von den übrigen Duellen berichtete der Sender in Highlight-Form.
 
In Deutschland bekommen Fans die Formel 1 sowohl im Pay- als auch im Free-TV zu sehen. Sowohl Sky als auch der Kölner Privatsender bleiben der Königsklasse des Motorsports treu und übertragen zumindest in den kommenden Jahren noch alle Rennen live. [fs]

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27 Kommentare im Forum

  1. Kein Wunder. Ist ja so spannend wie die deutsche Fußballmeisterschaft... So ist das eben, wenn einzelne massivst vom System bevorzugt werden.
  2. Formel 1 ist doch eh uninteressant alle fahren schön hintereinander her und am Ende gewinnt Mercedes.Ich schau lieber Moto GP da gibts wenigstens noch Action.
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