Politik besiegelt Ende von ZDFkultur und EinsPlus

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die Tage von ZDFkultur und EinsPlus sind gezählt: Mit ihrer Zustimmung zum neuen Jugendkanal haben die Ministerpräsidenten der Länder zugleich die Zukunft der beiden Digitalkanäle besiegelt. ZDFkultur und EinsPlus werden eingestellt.

Neben der Frage, ob und in welcher Form der geplante Jugendkanal von ARD und ZDF nun kommt, haben die Ministerpräsidenten der Länder am Freitag auch einen anderen wichtigen Aspekt geregelt: die Zukunft der öffentlich-rechtlichen Spartenkanäle. Kritiker stellen bereits seit Jahren die Frage, ob es tatsächlich sechs öffentlich-rechtliche Angebote dieser Art braucht oder ob man diese nicht – auch mit Blick auf den Spardruck der Sender – reduzieren kann. Das ZDF hatte bereits im Frühjahr 2013 verkündet, sich aus diesem Grund von seinem Spartensender ZDFkultur trennen und diesen einstellen zu wollen. Das Programm wurde folglich auf ein Minimum an Aufwand herunter gefahren, um die Kosten für den Sender möglichst klein zu halten.

Was bisher fehlte, um bei ZDFkultur letztlich tatsächlich den Stecker zu ziehen, war die Zustimmung der Politik – und die wurde nun gegeben. Wie Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, am Freitagmittag im Rahmen der Pressekonferenz in Potsdam verkündete, haben sich die Länderchefs dafür entschieden, ZDFkultur und auch EinsPlus im Gegenzug für den neuen Jugendkanal einzustellen.
 
Damit werden künftig nur noch vier statt bisher sechs Digitalkanäle auf Sendung gehen. Das ZDF behält dabei ZDFneo und ZDFinfo, die ARD Tagesschau24 und EinsFestival. Letzterer stand ursprünglich ebenfalls auf der Kippe, sollte doch auch dieser Kanal für das Jugendangebot gestrichen werden. Die Länder-Chefs entschieden sich aber dagegen, vermutlich nicht zuletzt deswegen, weil der Jugendkanal nun nur im Internet und damit in deutlich abgespeckter Form realisiert wird.
 
Wann ZDFkultur und EinsPlus nun tatsächlich ihren Betrieb einstellen, ist bisher nicht klar. Ein konkreter Termin steht bisher noch nicht fest, wie das ZDF auf Nachfrage von DIGITAL FERNSEHEN mitteilte. Die Entscheidung hierüber liegt ebenfalls bei den Ministerpräsidenten. Sie müssen ARD und ZDF zunächst offiziell den Auftrag erteilen, die beiden Sender einzustellen. Wenn das geschieht werde dann auch ein konkreter Termin feststehen, bis wann die Rundfunkanstalten den Beschluss der Politiker umzusetzen haben.
 
ZDFkultur sollte ursprünglich schon Ende 2013 von den TV-Bildschirmen verschwinden. Das hatte ZDF-Intendant Thomas Bellut im Mai des Jahres angekündigt. Zuvor hätten nur die Bundesländer einwilligen müssen. Die Möglichkeit dafür bestand im Herbst, denn da berieten die Politiker auch erstmals über den Jugendkanal. Da die Entscheidung über das Projekt aber zwei Mal vertagt wurde, zog sich entsprechend auch die Entscheidung zu den Digitalkanälen in die Länge. [fm]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

183 Kommentare im Forum

  1. AW: Politik besiegelt Ende von ZDFkultur und EinsPlus Dito. Zum kot..zen Wer soll denn so etwas gucken? Die Jugendlichen sicher nicht. Die haben heute ganz andere Interessen! Und sparen? Das sollte man bei den ÖR's mal an anderer Stelle!
  2. AW: Politik besiegelt Ende von ZDFkultur und EinsPlus Man könnte auch mal einen Transonder sparen und die vier verbleibenden Spartenkanäle auf einer Frequenz zusammenlegen.
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