Raumfahrt aktuell: 5000 Exoplaneten, Mitmach-App der ESA und Änderungen bei SpaceX

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Erste Außenmission Matthias Maurer während der Cosmic Kiss mission am 23 März 2022
Matthias Maurer auf seiner ersten Außenmission während der Cosmic Kiss Mission am 23 März 2022 © ESA/NASA
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Seit dem Beginn der Suche vor 30 Jahren wurden mehr als 5.000 Exoplaneten entdeckt. Die ESA sucht Hilfe per Smartphone-App. SpaceX springt für die Roskosmos ein und erhöht die Preise bei Starlink.

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In einer Pressemeldung der NASA gab diese unlängst bekannt, dass seit dem Beginn der Suche nach ihnen mehr als 5.000 sogenannte Exoplaneten gefunden wurden. Das sind im Allgemeinen Planeten aller Art, die nicht um unsere Sonne kreisen. Die ersten beiden anerkannten Exoplaneten wurden 1992. Sie kreisen um einen Pulsar und wurden indirekt durch Variationen des Pulses dieses Neutronensterns nachgewiesen. Unter Anderem mit dem neuen James-Webb-Teleskop, so die Pläne der NASA, will man durch das Untersuchen des von diesen Exoplaneten ausgesendeten Lichts Hinweise auf mögliche bewohnbare Welten finden. Bisher versucht man die Bewohnbarkeit von Exoplaneten anhand ihrer Masse und ihres Durchmessers sowie ihres Abstandes zum jeweiligen Zentralstern zu bestimmen. Durch diese Parameter lassen sich Rückschlüsse darauf ziehen, ob ein Exoplanet aus Gas oder Gestein besteht und ob er sich in der bewohnbaren Zone eines Sternes befindet.

Die europäische Raumfahrtagentur ESA hat dieser Tage eine App für Smartphones veröffentlicht. Diese trägt den Namen „Camaliot“ und soll unter Anderem bei der Verbesserung von Wettervorhersagen helfen. Hierfür sollen Daten der sogenannten „satnav“-Receiver von Smartphones gesammelt werden, die im Normalfall zur satellitengestützten Positionsbestimmung dienen. Aus minimalen Abweichungen der Signale in den von der App zu protokollierenden Daten sollen dann mit Hilfe von Algorithmen zum Maschinenlernen Erkenntnisse gewonnen werden. Die ESA kombiniert die neue App mit einem Gewinnspiel, bei dem es neue Smartphones und Amazon-Gutscheine zu gewinnen gibt. Offensichtlich glaubt man von verantwortlicher Seite, nur so an eine ausreichende Menge Daten gelangen zu können. Die Aktion läuft bereits seit dem 17. März und wird bis zum 30. Juni andauern. Die App kann zurzeit exklusiv aus dem Google Play Store bezogen werden.

Änderungen bei Satelliten-Internet und SpaceX

Das britische Satellitenkommunikationsunternehmen „OneWeb“ gab jüngst bekannt, dass man eine Kooperation mit SpaceX für die Beförderung von Satelliten abgeschlossen habe. Bisher arbeitete man mit der russischen Roskosmos zusammen. Vor dem Aussetzen der Starts vom Raumbahnhof Baikonur im Rahmen des Krieges in der Ukraine – so „OneWeb“ – habe man nach eigenen Angaben mit 428 bereits zwei Drittel der benötigten Satelliten ins All bringen lassen. Noch in diesem Jahr solle der nächste Start – nun durch SpaceX – stattfinden.

SpaceX wiederum kündigte am zuvor einen Vertrag mit dem Dienstleister „Spaceflight, Inc.“, der sich darüber unvorbereitet und überrascht zeigte. Der Dienstleister organisierte sogenannte „Rideshare“-Flüge, durch die Sekundärlasten zusätzlich zur Hauptlast mit Raketen in den Weltraum gestartet werden konnten. Dem Schritt voraus gingen anscheinend Unstimmigkeiten in Bezug auf von „Spaceflight, Inc.“ hergestellte „Sherpa“-Raumschlepper, die die jeweilige Fracht auf ihre Umlaufbahnen bringen sollte. Denkbar ist auch, dass SpaceX das sogenannte „Ridesharing“ in Zukunft selbst oder mit einem anderen Anbieter vermarkten will.

Das Satellitenkommunikationssystem „Starlink“, das von SpaceX betrieben wird, erhöht indes seine Preise stark. Medienberichten zufolge verschickte das Unternehmen eine entsprechende E-Mail mit der Ankündigung der Preiserhöhung an „Starlink“-Kunden. Für den US-amerikanischen Raum soll sich das sogenannte Hardware-Paket für den Empfang um 100 US-Dollar auf 599 Dollar verteuern. Bei bereits getätigter Anzahlung soll die Preiserhöhung 50 Dollar betragen. Der monatliche Preis steigt laut diversen Berichten von 99 Dollar auf 110 Dollar. Auf der deutschsprachigen Website des Unternehmens sind zurzeit keine Informationen zu den Preisen verfügbar.

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Bildquelle:

  • ESA ISS Maurer: ESA/NASA
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