EU verbietet Geoblocking für Onlineshops

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Eine neue Verordnung schafft innerhalb der EU gleiche Rechte für Privat- und Unternehmenskunden. Auch beim Umleiten auf bestimmte nationale Webpräsenzen drohen Händlern bald empfindliche Strafen.

Wer in der Vergangenheit die Website eines Händlers im europäischen Ausland ansteuerte, fand sich nicht selten unversehens auf der entsprechenden Präsenz der heimischen Niederlassung wieder. Wurde also nicht über ein VPN-Netzwerk der wahre Standort des Verbrauchers verschleiert, war das Bestellen von Ware in ausländischen Webshops mancher Anbieter nahezu unmöglich.

Die ab Dezember wirksame neue EU-Verordnung zur Gleichbehandlung von Online-Kunden soll dies nun verhindern: Webpräsenzen von Anbietern innerhalb der EU müssen für sämtliche Nutzer aus Ländern der Europäischen Union frei anwählbar sein. Das Umleiten auf die entsprechenden Domains mit angepasstem Länderkürzel seitens der Anbieter wird ebenfalls verboten – bei Zuwiderhandlung müssen Online-Händler mit Geldbußen von bis zu 200.000 Euro rechnen.

Lediglich bei den Versandbedingungen bleiben den Anbietern Spielräume, Bestellungen aus dem EU-Ausland zu verhindern: Das Gesetz zur Gleichbehandlung von Verbrauchern im Netz berührt nicht die von Anbietern relativ frei wählbaren Einschränkungen im Warenversand. [rs]

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22 Kommentare im Forum

  1. Zumindest landesübergreifendde Preisverleiche werden dann einfacher. Ob man wirklich profitiert hängt davon ab ob die Händler dann auch in andere Länder liefern. Ansonsten hätte man nicht direkt etwas davon.
  2. Heutzutage etwas über das Internet zu vertreiben wird immer mehr zum Spaziergang durchs Mienenfeld. Jedes Land in Europa hat trotz allem, nationale Gesetze was den Vertrieb von Ware betrifft. Gott sei dank, ist das dem Gesetzgeber vollkommen egal und als Händler kann man sich nun aussuchen, ob man von der EU oder dem entsprechenden Land bestraft wird. Dank EU wird der Onlinehandel für kleine Unternehmen in naher Zukunft nicht mehr möglich sein, da die Einhaltung aller Bestimmungen für Unternehmen ohne großer Rechtsabteilung nicht mehr möglich ist. Bald gibt es nur noch Amazon und zwei bis drei andere Anbieter, wenn überhaupt. Danke liebe Angela, dass Du uns so umsichtig ins digitale Zeitalter führst, in dem europäische Unternehmen bald nichts mehr zu sagen haben. Amerika First!
  3. Amen.(y) Hinzu kommt, dass Deutschland sich nicht unbedingt dafür einsetzt, amerikanische Online-Konzerne gerecht zu besteuern. Im Gegenteil.
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