VDSL-Regulierung noch lange nicht sicher

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Die Bundesnetzagentur spricht sich noch nicht eindeutig gegen eine Regulierung des VDSL-Netzes aus.

Dies hatte die Wirtschaftswoche in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet.

Die Regulierung des VDSL-Netzes ist noch längst keine beschlossene Sache. Die Spekulationen sind aufgekommen, nachdem das Wirtschaftsmagazin berichtet hat, dass der Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth einen diesbezüglichen Regulierungsentwurf an die EU-Kommission geschickt hätte.
 
Wie eine Sprecherin der Bundesnetzagentur gegenüber DIGITAL FERNSEHEN bestätigte, stimmt es, dass Kurth ein Schreiben den so genannten „Markt 12“ betreffend, also zum Bereich Breitbandzugang für Großkunden, nach Brüssel abgeschickt hat. Dabei soll es sich jedoch um eine überarbeitete Fassung handeln, in der das VDSL-Netz erstmals berücksichtigt wird.
 
Dieses Schreiben soll der EU-Kommission bereits in einer ersten Fassung vorgelegen haben, die aber mit dem Hinweis, auch VDSL einzuarbeiten, wieder an die deutsche Regulierungsbehörde zurückgesandt wurde. Eine definitive Entscheidung für oder gegen eine Regulierung beinhaltet die neue Fassung des Schreiben noch nicht. Eine Bewertung sei abschließend noch nicht möglich, da die Technologie zuerst einmal vorhanden sein muss, bevor man sie bewerten kann.

Erst wenn das VDSL läuft, wird es für die Telekom spannend: Dann wird von entscheidender Bedeutung sein, wie VDSL bei der Regulierungsbehörde eingestuft wird. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird VDSL als ganz neue Technik gesehen, die sich durch einige bisher nicht mögliche Funktionen auszeichnet und sich damit von den bisherigen DSL-Technologien wie ADSL und ADSL2+ deutlich unterscheidet. Dann kann die Regulierung zugunsten der neuen Technologie ausgesetzt werden, was zur Folge hätte, dass die Telekom für eine bestimmte Zeit vom Wettbewerb befreit wird. Damit würde die Telekom als Belohnung für die hohen Investitionen in den Netzaufbau auch die Pioniergewinne einfahren dürfen.
 
Die zweite Möglichkeit ist, dass VDSL nicht als neuer Markt betrachtet wird, sondern als Konkurrenzprodukt zu den bisherigen DSL-Standards. Sollte sich die Bundesnetzagentur für diese Lösung entscheiden, dann müsste die Telekom anderen Anbietern den Zugang zum VDSL-Netz zu einem regulierten Preis ermöglichen. [lf]

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