Hörraum zu Hause

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Grundlagen & Möglichkeiten der Klang-Optimierung

Die akustischen Gegebenheiten innerhalb der Abhörumgebung werden oft unterschätzt und können ungeahnte Phänomene hervorrufen, die sich negativ auf das Klangbild auswirken. Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihre Akustik im Raum richtig einschätzen und mit welchen einfachen Mitteln Sie den Klang im Hörraum verbessern können.

Das Thema Akustik wird in Fachkreisen auch als die Lehre vom Schall bezeichnet und beschäftigt sich mit den akustischen Grundgegebenheiten eines Raumes und den daraus resultierenden Schallauswirkungen. In der Raumakustik und besonders beim Einrichtungsvorgang eines Abhörraumes ist es das Ziel, einen möglichst kontrollierten und neutralen Raumklang zu erreichen. Während Tonstudios und Aufnahmeräume weitestgehend von aufwendig akustischen Konstruktionen durch geschultes Fachpersonal profitieren, gestaltet sich die Optimierung im Hi-Fi-Bereich aufgrund der unterschiedlichen Raumgegebenheiten nicht immer als unproblematisch. Grundsätzlich gilt: Wird ein Signal durch einen Lautsprecher ausgegeben, so werden die im Signal enthaltenen Schallwellen durch die umliegenden Begrenzungsflächen und den darin enthaltenen Möbelstücken reflektiert, gebeugt, gestreut oder absorbiert.
 
Gerade im Fall eines Umzuges oder dem Wechsel in einen geeigneteren Hörraum kann selbst das hochwertigste Hi-Fi-Equipment keine optimalen Ergebnisse erzielen, solange es nicht durch akustische Vorkehrungen an die Hörumgebung angepasst wurde. Klangliche Defizite äußern sich dann zunehmend durch Verschiebungen im Stereobild oder auch Problemen, die innerhalb des tieffrequenten Bassbereiches in Form von sogenannten Über- und Unterbetonungen auftreten. Ernüchterung macht sich breit und man stellt schnell fest, dass die vorherrschende Akustik vorab nicht ausreichend in die Planung miteinbezogen wurde. Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass das gewählte Zimmer als Abhörplatz gänzlich ungeeignet ist. Optimierungsmöglichkeiten bieten sich in fast allen Räumen an und können durch aufwendige Akustiklösungen aber auch mit einfachen Mitteln an die idealen Hörbedingungen angepasst werden. Die wichtigen Informationen zur akustischen Beschaffenheit eines Hörraumes setzen sich aus drei Grundbestandteilen zusammen und müssen klar definiert sein.

Direktschall

Als Direktschall wird der Schall bezeichnet, der als erstes am Abhörpunkt eintrifft ohne überhaupt an einem Punkt reflektiert zu werden. Er liegt somit auf direkter Linie zur Abhörposition und enthält Informationen, die für die Lokalisation einer Schallquelle notwendig sind. Mithilfe der unterschiedlichen Amplituden und Phasenlage kann das Gehör nun erkennen, aus welcher Richtung ein Signal entspringt.

Frühe Reflexionen

Die frühen oder ersten Reflexionen befinden sich im Frequenzbereich zwischen 1 bis 3 Kilohertz und werden wie der Name schon vermuten lässt als erstes zum Abhörplatz zurückgeworfen. Grundlage dessen sind die Reflexionen, die an Wand, Decke und Böden auftreten. Mithilfe dieser Angabe wird die Wahrnehmung bezüglich Raumgröße und -eindruck, dem eigentlichen Klang aber auch die Entfernung zur Schallquelle bemessen. Je nach Beschaffenheit des Raumes fallen sie unterschiedlich aus und müssen nach Bedarf korrigiert werden.

Nachhall

Spricht man von der Nachhallzeit, so handelt es sich um die Zeit, die nach Abschalten der Schallquelle benötigt wird, bis der Schalldruck um 60 Dezibel gesunken ist. Da diese Zeit frequenzabhängig ist, besitzt jede Frequenz auch eine charakteristische Nachhallzeit im bestimmten Raum. Hochfrequente Schallanteile verschwinden dabei deutlich eher als tiefe Frequenzen. Nach DIN-Vorgabe sollte sich die Nachhallzeit in durchschnittlichen Wohnräumen in einem Bereich von 0,2 bis 0,5 Sekunden befinden, um ein wohliges Klangverhalten zu gewährleisten. Hi-Fi-Hörraume liegen in den meisten Fällen in einem ähnlichen Bereich, sodass hier von denselben Optimal-Werten auszugehen ist. Je größer der Raum also ist, umso länger ist natürlich auch seine Nachhallzeit und muss entsprechend bearbeitet werden.

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