Boudgoust: SWR ist Dienstleister der Wissensgesellschaft

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Stuttgart – Baden-Baden. Intendant Peter Boudgoust sieht den Südwestrundfunk (SWR) in Zukunft noch vermehrt als Dienstleister der Wissensgesellschaft und der Demokratie gefordert.

„Der zutiefst demokratische Auftrag, gesellschaftliche Kohärenz herzustellen und
politische Meinungsbildung zu ermöglichen, sei allerdings unabhängig von Technik und Medium, auch von Programmen zu sehen“, sagte Boudgoust am Freitag vor dem Rundfunkrat in Baden-Baden. Mit Blick auf die Entwicklung der Mediennutzung in verschiedenen Generationen erklärte der SWR-Intendant: „Wer junge Menschen mit einer Fernsehsendung erreichen will, greift vielleicht schon bald zum falschen Mittel.“ Schließlich stünden in deutschen Kinder- und Jugendzimmern inzwischen mehr Computer als Fernseher.
 
Die Konsequenz daraus: „Der SWR ist kein Radiosender und kein Fernsehsender. Der SWRist ein Dienstleister der Information, der Bildung und Unterhaltung.“ Es komme aus gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gründen immer mehr darauf an, die junge Generation an das Wissen der Welt heranzuführen und ihnen Techniken zum Informationsmanagement zu vermitteln. Wie wichtig dies sei, zeige die Beobachtung einer jüngst veröffentlichten Studie des Allensbach-Instituts.
 
Demnach habe das Interesse der Unter-30-Jährigen für Themen wie Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur in den vergangen zehn
Jahren signifikant abgenommen. Boudgoust: „Es ist unsere Aufgabe als nächstältere Generation und als Informationsanbieter, den jungen Leuten auch „harte Themen“ jenseits von X-Box und PlayStation schmackhaft zu machen. Das gilt für öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten, Privatsender, Zeitungen und Buchverlage gleichermaßen. Wir können und sollten hier zusammenarbeiten, denn Information ist ein Gut, das nicht durch Verknappung an Wert gewinnt, sondern das im Gegenteil immer Lust auf mehr macht.“
 
Dem festgestellten schwindenden Informationsbedürfnis junger Menschen könne der SWR entgegentreten. Boudgoust: „Wir werden das mit unseren Kernkompetenzen versuchen, also mit Information, Wissen, Service und Unterhaltung. Wir können mit frischen, jungen Video- und Audioinhalten dagegenhalten. Nur müssen die nicht notwendig im Fernsehen und im Radio stattfinden. Dafür ist das Internet vielleicht die bessere Plattform.“ [mg]

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