Kida Khodr Ramadan soll „Tatort“-Ermittler werden – aber nicht in Berlin!

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Kida Khodr Ramadan in 4Blocks; © TNT Serie
© TNT Serie
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Der Berliner Schauspieler Kida Khodr Ramadan bot sich zuletzt ganz offen als neuer „Tatort“-Ermittler an. Diese Offerte sollte man keinesfalls ausschlagen – allerdings gäbe es für den „4 Blocks“-Star vielleicht ein interessanteres Einsatzgebiet als den Großstadtdschungel der Bundeshauptstadt.

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Dass Kida Khodr Ramadan als milieukundiger Berliner mit libanesischen Wurzeln eine großartige Wahl wäre, um den Einhheits-Kartoffelsalat der „Tatort“-Ermittler zeitgemäß aufzuwürzen, sollte eigentlich jedem klar sein. In der Rolle des „Tony“ Hamady erlöste er in der Gangster-Serie „4 Blocks“ bereits das deutsche Publikum von den sonst hochnotpeinlichen Darstellungen von Figuren der migrantischen Unterwelt.

Ein nächster Angriffspunkt wäre also das Sonntagabend-Heiligtum der deutschen TV-Liturgie: Der authentische Charakterkopf Kida Khodr Ramadan könnte dem hüftsteifen Rezitieren von „Milieusprache“ ein Ende setzen, die im „Tatort“ oft so nah an der Straße ist wie ein Privatinternat in der Schweiz – oder die Lebenswelten der gefühlt verbeamteten Dialogschreiberlinge bei den Öffentlich-Rechtlichen.

Kida Khodr Ramadan braucht keinen „Tatort Neukölln“

Sollte Ramadan also seinen „Tatort Neukölln“ bekommen? Die Rolle von irgendeinem Ermittler mit Migrationshintergrund in der Halbwelt dicker Autos und Shishabars, in Konfrontation mit Clan-Kriminellen, als hin- und hergerissener Vermittler zwischen der deutschen Mehrheitsgesellschaft mit ihren starren Normen und den Parallelwelten migrantischer Blasen? Diese Rolle spielt der coole Kiez-Kenner mit dem gefährlich aussehenden Bart sicher im Halbschlaf runter – und genau darin besteht schon das Problem.

Alle Mann raus aus der Komfortzone!

Wenn es schon ein hehres Anliegen ist, das deutsche Fernsehpublikum endlich mal aus der „Tatort“-Komfortzone zu locken und Klischees wirklich aufzubrechen, sollte man vielleicht ähnliches mit den Darstellern und ihren Figuren versuchen. Und was wäre da interessanter, als den nicht-biodeutschen Ermittler in die Provinz zu schicken? In Weimar wird immerhin ein Standort frei. Dort, wo schlechte „Tatort“-Scripts plötzlich Realität und Fackelmärsche zu den Wohnadressen von Politikern abgehalten werden.

„Die Purpurnen Flüsse“ in Thüringen?

Im französischen Krimi-Bestseller „Die Purpurnen Flüsse“ ermitteln der knallharte Großstadt-Bulle Pierre Niemans und der dunkelhäutige Cop Karim Abdouf in der tiefsten Alpen-Provinz Frankreichs. Dort treffen sie auf ein kultisches Nazi-Zuchtprogramm – und schon die erste Konfrontation zwischen Abdouf und den Provinzlern knallt gehörig. Ähnliches Knallgas könnte man durchaus erzeugen, indem man Kida Khodr Ramadan auf thüringische Hinterwäldler loslässt und umgekehrt. Wäre zumindest innovativer als das Heimspiel in Neukölln, das er selbst ins Spiel gebracht hat.

Wenn man sehen will, wie Ramadan entspannt aussieht, kann man sich auch einfach anschauen, wie ihm das krampfhaft berlinernde RBB-Rumpelstilzchen Kurt Krömer plötzlich butterweich zu Füßen liegt. Das zeigt: Berlin isst Kida Khodr Ramadan zum Frühstück. Ein „Tatort“-Ermittler mit Migrationshintergrund in der Höcke-Hochburg Thüringen wäre zumindest für alle Beteiligten aufregend.

  • Wer es noch nicht kennt: Die Warner/TNT-Serie „4 Blocks“ mit Kida Khodr Ramadan gibt es bei Sky zu sehen

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Bildquelle:

  • TNTserie_4Blocks: © TNT Serie
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