ProSiebenSat.1 erkauft sich Einstieg in US-Serienmarkt

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Bild: © Romolo Tavani - Fotolia.com
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ProSiebenSat.1 wagt den Sprung nach Hollywood. Über sein Tochterunternehmen Red Arrow übernimmt der Medienkonzern einen 50-prozentigen Anteil an der US-Serienschmiede Fuse, die Quotenerfolge wie „Burn Notice“ und „The Killing“ unter ihrer Fittiche hat.

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Darüber hinaus verfügt Fuse über einen langfristigen Kooperationsvertrag mit dem US-amerikanischen Network Fox, berichtete die „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf Red-Arrow-Geschäftsführer Jan Frouman in ihrer heutigen Dienstagsausgabe. Damit versucht erstmals ein deutscher TV-Sender, Fuß auf dem lukrativen US-Serienmarkt zu fassen, der als Türöffner für den Einstieg in das internationale Lizenzgeschäft gilt.
 
Frouman wollte gegenüber dem Blatt keine Einzelheiten zu den finanziellen Modalitäten nennen, sprach aber von „vernünftigen Konditionen“. Die Möglichkeit, Serien in Zusammenarbeit mit einem Hollywood-Studio entwickeln zu können, bezeichnete er als optimale Möglichkeit für ProSiebenSat.1. Nach Angaben des Managers soll Fuse-Gründer Mikkel Bondesen auch nach dem Einstieg des deutschen Partners für das operative Geschäft verantwortlich bleiben.

ProSiebenSat.1 hatte zuletzt einen Jahresumsatz von 60 Millionen Euro mit seiner Produktionssparte erzielt, strebt aber bereits für dieses Jahr eine Steigerung auf 100 Millionen Euro an. Der Bereich gilt im Unternehmen als Wachstumskandidat und soll mittelfristig deutlich höhere Anteile zum Konzernumsatz von aktuell 3 Milliarden Euro beitragen.
 
Fuse ist aus Sicht des deutschen Medienkonzerns ein „Brückenkopf“ für den US-Markt, der zuletzt gescheiterte Versuche, Formate wie die Sat.1-Serie „Danni Lowinski“ in den Vereinigten Staaten zu lancieren, erleichtern soll. Red Seven habe bereits eine erste Dramaserie zur Entwicklung an Fuse übergeben, sagte der Geschäftsführer der Vertriebssparte SevenOne International, Jens Richter, dem Blatt.
 
Bereits vor einem Jahr hatte ProSiebenSat.1 in den USA die Produktionsfirma Kinetic Content übernommen und mit dem Verkauf mehrerer Gameshows an Sender wie ABC und NBC punkten können (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Frouman schloss nicht aus, dass der Konzern in den kommenden Monaten bei weiteren Produzenten im Show- und Reality-Bereich einsteige. [ar]

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