Schweiz senkt Rundfunkgebühren deutlich

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Das Nachbarland macht vor, wie es auch gehen könnte: Die Radio- und Fernsehabgabe in der Schweiz wird ab 2021 um knapp 10 Prozent gesenkt.

Die Gebühr wird von bisher 365 Franken auf neu 335 Franken (318,61 Euro) für alle Schweizer Privathaushalte gesenkt, wie das Schweizer Bundesamt für Kommunikation (Bakom) diesen Donnerstag mitgeteilt hat. Dies hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom 16. April 2020 beschlossen. Auch die Wirtschaft wird entlastet. Durch die neue Tarifstruktur erhalten die SRG sowie die lokalen und regionalen Radio- und Fernsehveranstalter mit Abgabeanteil eine leicht erhöhte Unterstützung. Gleichzeitig wird auch die Wirtschaft entlastet, wodruch rund 93 Prozent der abgabepflichtigen Unternehmen weniger zahlen müssen.

Die frühere Empfangsgebühr von 451 Franken wurde mit der Einführung der neuen Radio- und Fernsehabgabe am 1. Januar 2019 auf 365 Franken reduziert. Gestützt auf eine Tarifüberprüfung senkt der Bundesrat die Abgabe nun erneut auf nur noch 335 Franken pro Jahr. Die Abgabe für Kollektivhaushalte, zu denen beispielsweise Alters- und Pflegeheime sowie Studentenwohnheime gehören, beläuft sich künftig auf 670 Franken statt 730 Franken. Personen, die Ergänzungsleistungen erhalten, sind weiterhin von der Abgabe befreit.

Zum Vergleich: Die vorgesehene Erhöhung des Rundfunkbeitrags in Deutschland würde dazu führen, dass man hierzulande künftig rund 220 Euro im Jahr zahlen müsste, bislang sind es 210 Euro.

Der Bundesrat der Schweiz war in der Lage, die Tarife senken, weil die Zahl der abgabepflichtigen Haushalte stärker zugenommen hat als ursprünglich angenommen wurde. Zudem haben sich weniger Haushalte von der Abgabepflicht befreit (Opting-out). Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) wird die Abgabetarife im Jahr 2022 erneut überprüfen.
Quelle: Bakom

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38 Kommentare im Forum

  1. Selbst im Artikel steht ja, von welchem Level die Schweiz kommt (CHF 450) und wo sie derzeit noch nach den ersten radikalen Umstellungen steht (CHF 365). Das ganze ist auch nicht ohne Sparmaßnahmen gegangen und weitere folgen, u.a. der Verkauf (!) von Swiss Pop. In Deutschland werden es künftig wohl 220 EUR sein. Nun das bitte mal auf das bereinigte verfügbare Haushaltsnettoeinkommen umrechnen. Das ist laut OECD Better Life Index in der Schweiz ca. 10% höher als in Deutschland. Damit wären umgerechnet 242 EUR Rundfunkabgabe angemessen - 318 werden es nach derzeitigem Umrechnungskurs künftig sein. Also: mal schön die Bälle flach halten und keine Sozialneiddebatte anzetteln, wo die Zahlen komplett dagegen sprechen. (Ja, ich würde auch gerne weniger zahlen, bin aber nicht bereit, auf hochwertigen Journalismus und auf Programme wie Bayern 2, DLF oder SWR 2 zu verzichten). Man muss aber auch deutlicher anmerken, dass in der Schweiz einige private Medienunternehmen aus diesen Gebühren auch was abbekommen und im Gegenzug verpflichtet sind, regional journalistisch Dinge zu leisten, die in Deutschland für Privatfunk absolut illusorisch wären.
  2. Dabei übersiehst Du aber die Gesamteinnahmen, auf die es letztendlich ankommt. Es ist nämlich nahezu egal, ob Du für 1 Person oder für 80 Mio. sendest, die Kosten sind immer gleich. Übrigens möchte manch einer nicht auf Sky verzichten, bist Du also im Gegenzug bereit, für diese entsprechend zwangsweise zu zahlen?
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