Interessent will Nordeuropa-Sparte von ProSiebenSat.1 kaufen

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Das ganze Auslandsgeschäft stand bereits auf dem Prüfstand. Am Ende kassierte ProSiebenSat.1 mehr als 1 Milliarde für seine Sender in Belgien und den Niederlanden. Das lukrative Geschäft in Skandinavien behielten die Münchner. Nun meldet sich ungefragt ein Interessent.

Der TV-Konzern ProSiebenSat.1 prüft ein Angebot für den Verkauf seiner Geschäfte in Nordeuropa. Ein Sendersprecher bestätigte am Donnerstag in München, dass sich Interessenten ungefragt bei der Bank des Konzerns gemeldet hätten. Details zu den Bietern und ihrem Angebot seien aber noch nicht bekannt. Allerdings müsse der Konzern die Offerte zumindest prüfen. ProSiebenSat.1 hatte vergangenes Jahr alle seine Auslandsgeschäfte auf den Prüfstand gestellt und sich dann von seinen Sendern in Belgien und den Niederlanden getrennt, behielt aber die ziemlich gutlaufenden Geschäfte in Skandinavien.

Konzernchef Thomas Ebeling setzt große Hoffnungen in die Sender in Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland. Bis 2015 sollen dort 150 Millionen Euro Umsatz zusätzlich erwirtschaftet werden. Für die Ziele der Münchner bis 2015 spielt Nordeuropa damit eine nicht unerhebliche Rolle. Branchenkenner gehen davon aus, dass ProSiebenSat.1 den Wert der Sender auf 1,4 Milliarden Euro taxiert – ein Preis, der den Kreis ernsthafter Interessenten in der Branche überschaubar hält. Ohnehin dürfte das Verkaufsinteresse in der Konzernspitze derzeit eher klein sein, denn ProSiebenSat.1 würde damit ein gutes Stück schrumpfen.

Ebeling hatte nach der Entscheidung, das Skandinavien-Geschäft zu behalten, stets betont, das auch in den kommenden drei bis fünf Jahren nicht zu ändern. „Das ist sicher“, hatte der Konzernchef vor einem Jahr hinzugefügt. Allerdings hatte er einen späteren Verkauf nie gänzlich ausgeschlossen und erklärt: „Um es mit James Bond zu sagen: ‚Sag‘ niemals nie'“. Entscheidend dürfte vor allem sein, wie das Angebot am Ende ausfallen wird. Sollte jemand einen üppigen Aufschlag zahlen, müsste der Konzern möglicherweise neu überlegen. [dpa]

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