Produzenten sehen Ausdehnung der Mediathekennutzung kritisch

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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In den Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen bleiben Sendungen bisher höchsten eine Woche nach Ausstrahlung verfügbar, was sich im neuen Jahr ändern soll. Während die Zuschauer diese Änderung begrüßen, sehen sich die Produzenten durch die Pläne bedroht.

Dank der Mediatheken sind Fernsehzuschauer nicht mehr an den Ausstrahlungstermin von Sendungen gebunden und können diese nachholen, wann immer sie wollen. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gibt es jedoch eine Einschränkung, denn die Programme stehen nur sieben Tage nach Erstausstrahlung zur Verfügung. Dies soll sich jedoch künftig ändern, denn nicht nur der „Tatort“ sondern alle Sendungen sollen künftig länger in den Mediatheken zu finden sein. Dies stößt jedoch bei den Produzenten auf wenig Gegenliebe: In einem Statement spricht sich die Produzentenallianz am Mittwoch deutlich gegen die geplante Ausdehnung der Verweildauer aus.

„Schon die derzeit zulässigen Verweildauern beeinträchtigen die Marktentwicklung spürbar. Eine weitere Ausdehnung der Mediathekennutzung unserer Werke hätte schwerwiegende Folgen für die deutsche Produktionswirtschaft“, warnt Alexander Thies, der Vorsitzende der Produzentenallianz und fordert einen „marktkonformen finanziellen Ausgleich für die verringerten ökonomischen Chancen“, die durch die kostenlose Verbreitung der Produktionen über die Mediatheken gegeben seien.
 
Zwar würde beispielsweise das ZDF einen Prozent der Herstellungskosten als Gewinnzuschlag zugestehen, doch gelte dies nur für vollständig vom ZDF finanzierte Auftragsproduktionen, während ko- und teilfinanzierte und Förderproduktionen leer ausgingen. „Deshalb müssen Programme, in die auch der Produzent investiert hat, von einer längerfristigen Mediathekennutzung ausgenommen werden“, fordert Thies weiter.
 
Es deutet sich also ein weitere langfristige Auseinandersetzung zwischen den Produzenten und den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten an. Erst im November 2015 hatten sich beide Parteien nach dreijährigen Diskussionen auf eine neue Eckpunktevereinbarung einigen können. [buhl]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

7 Kommentare im Forum

  1. Begreif ich nicht, die 7-Tage-Regelung ist doch schon längst gefallen, auch jenseits des Tatorts. Eigenproduzierte Fernsehfilme und Serien sind doch inzwischen fast immer länger in der Mediathek zu finden. Selbst Spielfilme, welche von der ARD coproduziert wurden, wie z.B. "Alles auf Zucker", "Der Untergang", "Das Leben der Anderen" oder "Wer früher stirbt ist länger Tot" waren Monatelang dort abrufbar.
  2. Dank solcher "Forderungen" wandern halt immer mehr Zuschauer Richtung Netflix, Amazon Video und Youtube. Dort gibt es fast alles (oder sehr vieles) über die 7 Tage hinaus. Wage mal zu behaupten, dass die "deutschen Produzenten" bei YT noch weniger verdienen wie bei ARD&ZDF.
  3. Wenn die Produzenten ihre Werke nicht in der Öffentlichkeit wollen, warum kommen diese dann überhaupt ins Fernsehen?
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