UHF-Frequenzen in Gefahr: Aufruf an die EU

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UHF © Сake78 (3D & photo) via stock.adobe.com
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Unter der Bezeichnung „Call to Europe“ starten 80 Organisationen und Verbände einen Aufruf an die EU und die Länder – das Ziel: Die Rundfunk– und Kulturfrequenzen sichern.

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Die Sicherung der Frequenzen des unteren UHF-Bands (470-694 MHz) für ihre Anwendungen fordern über 80 Verbände, Unternehmen und Einzelpersonen der Rundfunk- und Kulturindustrie aus mehr als 20 europäischen Ländern in ihrem zweiten „Call to Europe“. Adressaten der Forderung sind die politischen Entscheidungsträger und Regulierungsbehörden in ganz Europa. Sie bereiten derzeit ihre Positionen für die Weltfunkkonferenz 2023 (WRC-23) vor. Dort wird über die zukünftige Nutzung dieses Frequenzbereichs über das Jahr 2030 hinaus entschieden.

Der Rundfunk- und Kulturbetrieb ist auf das untere UHF-Band angewiesen

Die Forderungen der Rundfunk- und Kulturindustrie zur unveränderten Nutzung des unteren UHF-Bands werden durch die Ergebnisse aktueller Studien untermauert. So ist das terrestrische Fernsehen weiterhin der meistgenutzte TV-Empfangsweg in Europa und zudem eine energieeffiziente Übertragungstechnik. Auch die Nachfrage nach Frequenzen für drahtlose Produktionsmittel bei Veranstaltungen wächst stetig. Zudem erfordert die Einführung technischer Innovationen zusätzliche Ressourcen.

Ein weiterer, gerade in diesen Zeiten wichtiger Fakt ist, dass die bisherige gemeinsame Nutzung des Spektrums durch Rundfunk, Kulturunternehmen, Wissenschaft und Militär seit Jahrzehnten in Europa und darüber hinaus reibungslos funktioniert. Basierend auf diesen und weiteren Argumenten haben die beteiligten Institutionen und Unternehmen den nachfolgenden „Call to Europe“ formuliert.

Wortlaut des gemeinsamen „Call to Europe“ im November 2022:

Aufruf an Europa: Rettet unsere Frequenzen!

In Europa sehen 80 Millionen Haushalte über das untere UHF-Spektrum fern. Jährlich nutzen Millionen europäischer Veranstaltungen, Theaterstücke, Festivals und Konzerte dieses Frequenzband. Der Rundfunk und die Kreativindustrie fordern die politischen Entscheidungsträger auf, dieses Spektrum zu retten, damit die Kultur florieren kann.

Europa verfügt mit der terrestrischen Ausstrahlung über das untere UHF-Spektrum (470 – 694 MHz) über eine erschwingliche, energieeffiziente, ressourcenschonende und souveräne Übertragungstechnik. Angesichts von Krisen mit globalen Auswirkungen, wie etwa dem Ukraine-Krieg, muss Europa sein Spektrum, das für die Verbreitung von Inhalten zur Verfügung steht, sichern.

Informations-, Unterhaltungs- und Bildungsinhalte müssen als umfassende Basisdienste für alle Europäer verfügbar bleiben. Ohne den Zugang zu Frequenzen wird die terrestrische Ausstrahlung über DVB-T2 nicht mehr möglich sein und die Ausstrahlung über 5G-Broadcast wird nicht stattfinden.

Auch Künstler und Programmmacher, die Nachrichten, Theaterproduktionen, Kultur-, Konzert- und Sportveranstaltungen, Konferenzen oder Messen mit ihren Mikrofonen, In-Ear- und Talkback-Systemen sind auf diese Frequenzen angewiesen. Andere Frequenzbereiche können aufgrund von Interferenzen nur sehr eingeschränkt oder gar nicht genutzt werden.

Europa muss an seinem Konsens festhalten, einen innovativen Binnenmarkt für Menschen, Kultur und Industrie zu gewährleisten. Dieser Binnenmarkt ist nun durch die internationalen Diskussionen im Vorfeld der Weltfunkkonferenz 2023 gefährdet.

Daher rufen wir die Entscheidungsträger in ganz Europa auf, die bestehende UHF-Frequenzzuweisung zu schützen: Save Our Spectrum!

Anmeldung zur Onlin-Konferenz zur UHF-Sicherung nur noch bis heute (9.11.) 17 Uhr

Zur Erörterung der Situation in Deutschland veranstaltet die Allianz für Rundfunk- und Kulturfrequenzen am 10. November von 11.30 – 13.15 Uhr eine Online-Konferenz mit Teilnehmern aus Politik und Wirtschaft. Eine kostenfreie Anmeldung für die Veranstaltung ist bis zum 9. November um 17 Uhr per Mail an veranstaltungen@ard-gs.de möglich. Das Programm liegt hier zum Download.

Quelle: VAUNET – Verband Privater Medien

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2 Kommentare im Forum

  1. Aha, deshalb die hier vorgestern behandelte Studie von Media Broadcast zur steigenden Nutzerzahl bei DVB-T2. Die sehen ihr Tafelsilber wegschwimmen. Wollten die nicht noch alle möglichen Antennenmasten kaufen?
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