Neues aus dem Testlabor: Vom Messtisch direkt ins Kühlfach

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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In der kalten Jahreszeit trägt oft auch der Verstärker zu einer angenehmen Raumtemperatur bei. Dennoch greifen wir selbst dann beim Messen hin und wieder auf den Kühlschrank zurück. Warum? Das erfahren Sie in unseren aktuellen Notizen aus dem Testlabor.

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Ein kompletter Messdurchlauf nimmt einiges an Zeit in Anspruch. So benötigt ein zweikanaliger Verstärker in etwa eine einstündige Behandlung, Mehrkanalendstufen und AV-Receiver brauchen hingegen ungleich mehr. Zusammen mit der Messauswertung, dem Klangtest und einem Hörvergleich vergeht dabei zunehmend die Zeit. 
 
Doch hin und wieder wird unsere Messroutine von ein paar kleinen Hilfsmitteln zusätzlich in die Länge gezogen. Um bei einer Verstärkermessung angeschlossene Lautsprecher zu simulieren, benötigen wir sogenannte Lastwiderstände. Diese müssen ähnlich einem gematchtem Lautsprecherpaar paargleich sein, um Messungenauigkeiten auszuschließen. Damit dies gewährleistet ist, werden vor jedem Messvorgang passende Paare aus unserem Pool von Messwiderständen ausgewählt und sorgsam abgeglichen. 

Die Messgenauigkeit, die dabei erreicht werden kann, liegt bei einem hundertstel Ohm, wodurch wir grundsätzlich anstreben, den elektrischen Gleichstromwiderstand auf die zweite Stelle nach dem Komma genau abzugleichen. Anschließend wird unserem Messparcours aus Audio-Precision- und Rhode-und-Schwarz-Geräten der ermittelte Wert zugeteilt, sodass dieser die erfassten Messungen auf den eingestellten Bezugswert kalkulieren kann. 
 
Ungleich aufwendiger und damit länger gestaltet sich die Prozedur bei Mehrkanalendstufen und AV-Receivern. Denn Abweichungen zwischen den einzelnen Messlasten, die pro Kanal verwendet werden, führen zu Abweichungen zwischen den einzelnen Messwerten. Die Messungen des Signal-Rauschabstands, der Dynamik, der Verstärkerleistung, des Anteils an harmonischen Verzerrungen und deren Pegel sowie des Übersprechens zwischen den Kanälen werden wesentlich von den Lasten bestimmt. Werden diese vor und während den Messungen nicht entsprechend überprüft und gewartet, sind die ermittelten Größen nicht wiederhol- und vergleichbar. 
 
Bereits kleinste Temperaturschwankungen führen zur Änderung des Widerstands. Da ein einstündiger Messdurchlauf den Lasten enorme Leistung abverlangt, erhitzen sich diese mit der Zeit, was die folgenden Messungen nahezu unbrauchbar macht. Um dies zu verhindern, brauchen nicht nur wir eine kurze Erfrischung, sondern müssen auch die Widerstände wieder auf Zimmertemperatur herunterkühlen. Am schnellsten gelingt dies mit einer kurzen Ruhepause der Widerstände im Kühlschrank. Nach erfolgreicher Abkühlung sind Geist und Lasten wieder auf Betriebsniveau und für die nächsten Messungen bereit.
 
Die AUDIO TEST ist Ihr kompetenter Begleiter durch den Dschungel der Hi-Fi-Welt. Die nächste Ausgabe 1/2012 finden Sie ab dem 25. November beim Zeitschriftenhändler. Ältere Hefte können Sie im  Online-Shop nachbestellen oder im Abonnement beziehen, um die aktuelle Ausgabe stets einige Tage früher druckfrisch im Briefkasten vorzufinden.
 
In dieser neuen Rubrik halten wir Sie jeden dritten Donnerstag im Monat auf dem Laufenden, was innerhalb der heiligen Hallen des Auerbach Verlages vonstatten geht und welche Abenteuer die Testredakteure tagtäglich erleben. NEUES AUS DEM TESTLABOR – Alle Beiträge im Überblick
[Torsten Pless/Jens Voigt]

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