Sky Q IPTV-Box im Test: Das kann die neue Hardware

Erstveröffentlicht in der DIGITAL FERNSEHEN-Printausgabe 08/2021

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Sky Q IPTV-Box
Bild: Sky
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Zur neuen „Sky Q über das Internet“-Plattform gehört auch ein neuer Empfänger. Die Sky-Q-IPTV-Box setzt auf den Empfangsweg Internet und unterscheidet sich äußerlich komplett von der Sky-Q-Produktfamilie. Wir nehmen die Box einmal genauer unter die Lupe.

Auch die bisherigen Sky-Q-Boxen konnten bereits mit Internet-Anbindungsmöglichkeiten punkten, allerdings kam das klassische lineare TV- Signal beim Sky-Q-Receiver über das TV-Kabelnetz oder den Satelliten Astra. Bei der Sky-Q-IPTV-Box kommen alle Signale aus dem Internet, weshalb klassische Tuner bei ihr nicht zu finden sind. Doch auch sonst hat sich einiges verändert.

Ausstattung der Sky Q IPTV-Box

Box, die in der Größe einer Männerbrieftasche gehalten ist, kann direkt auf dem Standfuß des TV-Gerätes oder auch versteckt hinter dem Fernseher aufgestellt werden. Da die Fernbedienung via Bluetooth mit dem Gerät kommuniziert, muss keine Sichtverbindung zwischen den beiden Komponenten bestehen. Zudem kommt das neueste Sky-Gerät auch ohne Display daher. Einzig eine unscheinbare kleine LED an der Unterseite signalisiert den Startvorgang. An der Rückseite be- finden sich nur drei Schnittstellen: Ein HDMI-Ausgang, der Netzwerkanschluss und der Anschluss für das externe Netzteil, welches im Lieferumfang enthalten ist. Weitere Schnittstellen stehen an der neuen Sky-Q-IPTV-Box nicht zur Verfügung. Audiosignale lassen sich somit nur per HDMI an eventuell vorhandene AV-Receiver weitergeben. Bluetooth ist ebenso wie WLAN ein weiteres Ausstattungsmerkmal des Gerätes. Wie bereits erwähnt, dient die Bluetooth-Schnittstelle in erster Linie für die Kommunikation mit dem Signalgeber. Dieser in seiner Form der bekannten Sky-Fernbedienung ähnelnde Bediengeber verfügt über eine optimierte Tastenaufteilung, besitzt aber weiterhin auch ein integriertes Mikrofon, welches für die innovative Sprachsuche innerhalb der Sky-Q-Plattform wichtig ist.

Inbetriebnahme

Zuerst wird die Box natürlich mit dem TV-Gerät verbunden. Das dafür nötige HDMI-Kabel liegt dem Gerät bei. Neben modernen 4K-TV-Geräten werden auch alle HD-Flachbildfernseher unterstützt, sofern diese den HDCP-Kopierschutz unterstützen. Optional kann nun auch noch das Netzwerkkabel an die Box angeschlossen werden. Generell sollte dies erfolgen, wenn Ethernet am TV-Platz bereitsteht. Der kabelgebundene Anschluss ist generell weniger für Störungen anfällig als WLAN. Wer kein Ethernetkabel oder eine entsprechende Anschlussdose in der Nähe seines TV-Platzes hat, kann „Sky Q über das Internet“ aber natürlich auch mittels WLAN uneingeschränkt nutzen. Die Sky-Q-IP-Box akzeptiert 2,4- und 5-Gigaherz-WLAN-Netzwerke sowie sämtliche aktuelle Sicherheitsverfahren. Das entsprechende WLAN-Netzwerk wird beim ersten Start der Box gewählt. Anschließend wird der Netzwerk-Schlüssel eingetragen und die weitere Konfiguration durchlaufen. Dabei prüft die Sky-IP-Box, ob neue Software vorhanden ist und lädt diese gegebenenfalls herunter. Ab- schließend muss sich der Sky-Abonnent noch mit seinen Zugangsdaten, die er via E-Mail vom Pay-TV-Anbieter erhalten hat, auf der Box anmelden, ehe der Sky-Q-Genuss beginnen kann.

Bewährte Bedienung

Nach dem ersten Einschalten wird klar, dass Sky auch bei der IP-Box auf bekannte und vor allem bewährte Menüs und Benutzerführungen setzt. Als erstes der Startscreen. Hier bekommt der Nutzer Empfehlungen präsentiert. Neu dabei: Auch Empfehlungen für lineare TV-Sen- der außerhalb des Sky-Angebotes werden aufgelistet. So werden Inhalte vom ZDF ebenso wie solche von RTL, Sat.1 und allen im Free-TV-Paket bereitgestellten Sendern mit angezeigt. Auf der linken Na- vigationsleiste der Home-Seite kann der Nutzer durch verschiedene Genre surfen und bekommt somit für jeden Geschmack eigene Empfehlungen. Der elektronische Programmführer ist im Unterpunkt Guide zu finden. Acht Sender werden darin parallel präsentiert. Mit Hilfe des Steuerkreuzes kann eine Sendung ausgewählt und die Detail-Beschreibung betrachtet werden. Im Zappingbetrieb kann die IP-Box punkten. Umschaltzeiten von unter zwei Sekunden überzeugen. Zudem liefert Sky eine gut vorsortierte Senderliste. Die Favoritenliste, die auch bei der Sky- Q-IP-Box von Kanalplatz 1 bis 99 reicht, beinhaltet schon bei der Auslieferung die wichtigsten Sender. ARD ist auf Platz 1 zu finden, das ZDF auf dem zweiten Platz. Der Nutzer kann somit komfortabel zappen, ohne selbst konfigurieren zu müssen. Auf dem Sky-Sendern steht zudem die Replay-Funktion bereit. Dank dieser kann eine Sendung neu gestartet werden. Das ist sehr praktisch, denn nicht selten kommt es beim Zappen vor, dass man in eine interessante Sendung reinschaltet, diese aber schon weit fortgeschritten ist. Ein doppelter Druck auf die OK-Taste genügt, um diese Sendung von vorn beginnen zu lassen. Replay steht bei allen Sky eigenen Sendern sowie den in den Paketen Entertainment, Film und Kids enthalten Partnersendern bereit, im Free-TV nicht.

Mehr als Sky

Dank einer reichhaltigen App-Unterstützung sind mit der neuen Sky-IP-Box auch andere Dienste als Sky nutzbar. Im Video- on-Demand-Bereich zählen Prime Video, Netflix, Disney+ und TV Now dazu. Die Apps sind über die Fernbedienung mittels der mit drei Punkten gekennzeichneten Schnellwahltaste aufrufbar. Bevor ein Dienst genutzt werden kann, muss sich der Nutzer aber erst bei diesem anmelden. Hier sind von Dienst zu Dienst Unterschiede festzustellen. Während YouTube, TVNow oder Prime Video einen Login mittels PC oder Handy erlauben – also komplett, ohne dass Nutzernamen und Passwörter mühselig über die Fern- bedienung eingegeben werden müssen – ist dies bei anderen Diensten nur mittels Signalgeber möglich. Dieser Schritt ist aber einmalig, denn die Sky-Q-IP-Box merkt sich die Login-Daten und ermöglicht anschließend den schnellen Zugriff auf die Dienste.

Neben den VoD-Angeboten sind auch Apps für den Sportdienst DAZN, die Videoplattform YouTube inklusive ihres Kinderangebotes YouTube Kids, die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen und das Wetter verfügbar. Weitere Apps sind aus dem Hauptmenü heraus einsehbar. Dort stehen zusätzlich Apps für Spotify, Vevo sowie das Spieleangebot von „Play. Works“ bereit. Sollte doch einmal Langeweile aufkommen, kann sich der Sky-Q-Nutzer mit dem Sky-IPTV-Empfänger auch die Zeit mittels Fernbedienungsoptimierten Spielen vertrieben. Gleich 30 Spiele stehen parat.

Mediatheken statt Aufnahme

Der eine oder andere wird die Festplatte bei der neuen Sky-Q-IP-Box vermissen. Diese wurde beim neusten Produkt ersatzlos gestrichen. Ohne Frage: Für den einen oder anderen Nutzer ist dies ein großer Nachteil des IP-Produktes, gleichzeitig bedeutet dies aber längst nicht, das nun der individuelle TV-Genuss nicht mehr möglich ist. Ganz im Gegenteil, denn die IP-Box unterstützt nicht nur zeitversetzte Sky-Angebote inklusive der großen VoD-Videothek, die es erlaubt, zu jeder Zeit seine Lieblingsserie und den Lieblingsfilm zu starten, sondern auch die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen TV-Sen- der sowie der RTL-Gruppe (TVNow) sind Bestandteil der Plattform. Ohne Zusatz- kosten können somit Sendungen, die bereits im Live-TV ausgestrahlt wurden, teilweise auch Serienfolgen, die im TV noch nicht zu sehen waren, abgerufen werden. Serienfans sind somit noch näher an ihrem Lieblingsformat dran. Einziges Manko: Innerhalb der Sprachsuche werden diese Sendun- gen nicht aufgespürt. Wer beispielsweise den „ZDF Fernsehgarten“ verpasst hat, muss sich selbigen manuell aus der ZDF-Mediathek heraussuchen. Hier würden wir uns etwas mehr Vernetzung wünschen. Zudem bleiben aktuell noch die Inhalte der ProSiebenSat.1-Gruppe, von Disco- very und auch kleineren Sendern wie Servus TV im Abrufangebot außen vor.

Suchfunktion

Über die „Lupen-Taste“ der Fernbedienung wird die Text-Suchfunktion erreicht. Die komfortablere Sprachsuche kann über die Mikrofon-Taste aufgerufen werden. Innerhalb des Sky-Angebotes listet die Suchfunktion – egal ob Text oder Sprachsuche – zuverlässig auf, was zum Suchbegriff gefunden wurde. So lassen sich Live-TV- Events aufspüren aber auch Inhalte der VoD-Plattform auffinden. Aktuell ist die Sprachsuche allerdings nur innerhalb des Sky-eigenen Contents möglich. Dabei findet sie Inhalte aus den Abrufan- geboten und Live-TV-Inhalten. Die Text- suche unterstützt zusätzlich auch das Streamingangebot von Netflix.

Sky Q IPTV-Box Test Fazit

Bildqualität

Aktuell kann die Sky-Q-IPTV-Box TV-Ge- räte mit einer Auflösung von maximal 1080p versorgen. Somit lassen sich die Inhalte perfekt in Full-HD-Auflösung an das Fernsehgerät übergeben, Ultra-HD-Inhalte bleiben noch außen vor. Dies soll sich aber ändern. Die Hardware der

Sky-Q-IPTV-Box beherrscht auch die Ultra- HD-Auflösung. Sky kündigte bereits an, dies mittels Update bei der neuen IP- Box nachzuliefern. Die Full HD-Bilder überzeugen indes. Auch TV-Sen- der mit Laufbalken werden ohne sichtbare Schwächen abgespielt.

Sky Q IPTV-Box: Das Test-Fazit

Die Sky-Q-IPTV-Box überzeugt im Test unsere Redaktion. Zu- verlässig werden lineare TV-In- halte sowie VoD-Angebote auf dem Bildschirm ausgestrahlt. Bei unserem mehrtägigen Test haben wir keinerlei Unregelmä- ßigkeiten feststellen können. Die HD-Bildqualität bietet keinen Anlass zur Kritik. Es bleibt allerdings zu wünschen, das Sky mit einem Update auch schnell die 4K-Unterstützung des Gerätes nachliefert. Einmal mehr fällt zudem die reichhaltige Unterstüt- zung von Fremd-Apps auf, die es ermöglichen, neben Sky auch nahezu alle großen VoD-Dienste mit der Box zu nutzen. Weitere sind bereits angekündigt.

Erstveröffentlicht in der DIGITAL FERNSEHEN-Printausgabe 08/2021

Text: Ricardo Petzold
Redaktion: Richard W. Schaber

Bildquelle:

  • sky-q-iptv: Sky

59 Kommentare im Forum

  1. Schade, kein Wort zum HDMI CEC-Problem, dass auch die Sky Q IPTV Box den TV nur einschalten, aber nicht ausschalten kann. Sind mehrere HDMI-Eingänge mit weiteren Geräten in Betrieb, werden diese auf Wunsch eingeschaltet, aber die Q IPTV Box schaltet sich nicht selbständig aus.
  2. Den TV kann man sehr wohl mit der Sky Fernbedienung ausschalten, einfach länger auf den Power Knopf drücken.
  3. Ist es bei den Sky-Receivern normal, dass man im EPG keine Sendungen markieren kann, damit der Kasten zum Start automatisch dahin umschaltet? Jeder Billigkasten kann das und nicht erst seit gestern!
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