Netflixkonkurrenz: ProSiebenSat.1 und Discovery ziehen nach

14
7
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Anzeige

ProSiebenSat.1 und Discovery bauen eine gemeinsame Internet-Plattform. Erst am Tag waren ähnlich Pläne von RTL bekannt geworden. Konkurrierende Senderfamilien wurden von dem Duo nun ausdrücklich eingeladen, die Kräfte im Kampf gegen die Streaminggiganten zu bündeln.

Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 baut gemeinsam mit dem US-Medienkonzern Discovery eine Streaming-Plattform für deutsche Kunden auf und will damit Konkurrenten wie Netflix Paroli bieten. Die Plattform soll Anfang 2019 starten und bis 2021 zehn Millionen Nutzer gewinnen. Der neue ProSiebenSat.1-Chef Max Conze sagte am Montag in Unterföhring bei München: „Ich lade hiermit RTL, ARD und ZDF ein, mit uns gemeinsam einen deutschen Champion zu schaffen.“

RTL-Chef Bert Habert sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag): „Wir sind für Partnerschaften in einzelnen Bereichen sehr offen.“ Mit Google, Facebook und Netflix als Konkurrenten in Europa sollten sich die Sender gemeinsam Optionen erarbeiten. Mitte Juni kündigten drei französische TV-Sender – France Télévisions, TF1 und der teils zu RTL gehörende Sender M6 – eine gemeinsame Abo-Plattform für Videoinhalte an (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm hatte schon vor einem halben Jahr für eine deutsche oder europäische Internet-Allianz von öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern geworben (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).

ProSiebenSat.1 und Discovery wollen ihre Internet- und Video-on-Demand-Dienste Maxdome, 7TV und Eurosport Player in ihre gemeinsame Plattform integrieren. Neben einem breiten werbefinanzierten Angebot werde es auch werbefreie Kaufangebote mit Sportübertragungen und Filmen geben.

ProSiebenSat.1-Vorstandsmitglied Conrad Albert hatte Wilhelms Vorstoß kurz vor Conzes Amtsantritt im Mai gelobt und gesagt: „Wir brauchen deutsche und europäische Alternativen zu Netflix, Amazon Prime oder YouTube. Wir müssen mehr gemeinsam Hand in Hand machen, gerade auf der Inhaltsebene.“[dpa]

Bildquelle:

  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

14 Kommentare im Forum

  1. Also nun sprießen ja die eigenen Dienste ja aus dem Boden........aber man vergisst: a) Stabilität und Streamqualität (technisch gesehen) gilt es zu schlagen oder gleich auf zu sein -> Maxdome zeigt, dass Pro7 keine Ahnung davon hat b) Content und Preis müssen stimmen. Spätestens da frage ich mich, wie?
  2. Die Idee geht zumindest in eine richtige Reichtung. Ob die allerdings besser und vor allem konsequenter umgesetzt und innovativ voran getrieben wird als maxdome, wird man sehen. Denn große Ankündigungen durften wir über die Jahre zahlreiche lesen. Die angekündigte idee finde ich optimisch und zukunftsorientiert, ob sie auch angegangen wird, werden wir über die folgenden Jahre gezeigt bekommen. Und man muss auch gleich von vornherein die Reichweite klären, ob das neue Projekt nur deutschlandweit, im gesamten deutschen Sprachraum, oder gar mit englischer Sprachspur ganz EUropa bedient werden soll/wird. Also noch viele offene Fragen, die gerne Beantwortung finden wollen. Nochmal, die Idee ist Klasse, aber dass wir deutsche so was umsetzen hat oft gezeigt, dass es nicht allein am Kartellamt gescheitert ist, sondern dass die Kommunikation und richtige Anmeldung beiden zuständigen Behörden, Anstalten und Gremien unzureichend war/ist. Ob das nun besser erfolgen wird, sehen wir dann.
  3. Wieso das? Maxdome ist doch mittlerweile durchaus auf Augenhöhe, was Stabilität, Bild und Ton betrifft.
Alle Kommentare 14 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum