[DF vor 100 Ausgaben] Digital-Umstieg, Sex-TV und Sat-Freaks

01.12.2011, 14:09 Uhr, Mike Bauerfeind

Einmal im Monat nehmen wir Sie mit auf eine Zeitreise und nehmen uns tief im Archivkeller des Verlages noch einmal die Themen der DIGITAL FERNSEHEN vor 100 Ausgaben zur Brust. In der Doppelausgabe 07+08/2003 haben wir für Sie die spannendsten Themen entstaubt und mit der aktuellen Entwicklung in der Branche verglichen.

Umstieg beim Satellitenempfang - damals wie heute

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DIGITAL FERNSEHEN 7+8/2003

Bild: Auerbach Verlag


In großen Lettern prangt auf der Titelseite "Jetzt umsteigen! - Digitales Fernsehen über Kabel, Satellit oder Antenne". Wüsste man es nicht besser, wähnte man sich in einer Zeitschleife. Denn 8 Jahre später lautet der aktuelle Spruch "Digital-TV Jetzt!" und meint damit nichts anderes – mit nur einem kleinen Unterschied. Damals war es der Redaktion von DIGITAL FERNSEHEN wichtig, die Nutzer von den Vorteilen des Digitalempfangs gegenüber analogen Fernsehen zu überzeugen. 
 
Heute ist es eine schlichte Notwendigkeit für die Nachzügler, auf das technologisch überlegene Digitalfernsehen umzusteigen, denn mit der Analogabschaltung am 30. April 2012 wird es zappenduster auf den verbliebenen Bildschirmen mit rein analogem Sat-Empfang. In unserem Online-Special "Digital TV Jetzt!" halten wir Sie gemeinsam mit unseren Partnern SES Astra, Loewe und Televés diesbezüglich auf dem Laufenden.

Neue Digitalreceiver


Folgerichtig wurden in der damaligen Ausgabe auch zahlreiche Digitalreceiver vorgestellt. Die CI-Schnittstelle hatte gerade Einzug bei den ersten Geräten gehalten und mit MHP stand auch ein interaktiver Dienst in den Startlöchern, der jedoch letztlich mangels Unterstützung von Premiere und den Receiverherstellern bald keine Rolle mehr spielen sollte. Erstmals wurde auch eine zukunftsweisende Technologie vorgestellt: Fernsehen via DSL. 
 
Was heute bei allen großen Internetprovidern als IPTV angeboten wird, sollte damals "Das neue DSL-Fernsehen" in "DVD-ähnlicher Qualität" werden – dank des Activy Media Centers zum Kaufpreis von 1000 bis 1500 Euro – je nach Ausstattung. Der damalige Anbieter T-Online Vision heißt heute Telekom und bietet als mit Entertain die moderne Variante der damaligen Sensation an. Dann gab es noch einen Aufreger, der heute keinen mehr vom Hocker reißen würde: Der Elektronikriese Media Markt schockte nämlich mit einem vermeintlichen "Preisfehler" und bewarb die Zap-Box von Strong in seinen Prospekten versehentlich mit einem Knallerpreis, der unter dem Einkaufspreis des Herstellers lag. 
 
In der Top Ten der Digitalreceiver stand damals übrigens schon die Dreambox 7000S – ein Thron, den der Hersteller Dream Multimedia seitdem mit seinen neuen Modellen bis in die Gegenwart hin verteidigen konnte. Die Box brachte nun mal die Innovationen wie die Nutzung einer eingebauten Festplatte oder Netzwerkstreaming. Und mit dem einen oder anderen Trick konnten auch die Abo-Angebote diverser Pay-TV-Plattformen, darunter auch zahlreicher Sender mit erotischen Inhalten empfangen werden. Überhaupt war es die große Zeit der Erwachsenenkanäle. 

Sex via Satellit


 
Zahlreiche Pornosender schossen aus dem Boden und erfreuten sich dank CI-Modulen großer Beliebtheit. Oft aber nicht sehr langlebig: so war nicht selten der Höhepunkt des im voraus bezahlten Jahresabos noch nicht erreicht, als es Dank Insolvenz des Anbieters oder Eingreifen der Behörden schwarz auf dem Bildschirm wurde. Auch die in der letzten Ausgabe vorgestellten "Bums-Sequenzen" des Anbieters Sexxxcast.tv mit dem Austastlückentrick im Kabel war in dieser Ausgabe schon wieder Geschichte, nachdem Eurosport auf Druck diverser Stellen den Vertrag nicht mehr fortsetzte.

Vom Satelliten-Freak zum Chefredakteur

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Chefredakteur Ricardo Petzold stellte in DIGITAL FERNSEHEN 7+8/2003 seine private Empfangsanlage vor

Bild: Auerbach Verlag


Ein junger und aufstrebender Satellitenfreak namens Ricardo Petzold war im übrigen auch Thema dieser Ausgabe. Das Equipment des jungen Mannes in seinem privaten Testlabor in Geringswalde wurde ebenso vorgestellt wie sein Weg zum Hobby "Satellitenfreak": Viva war schuld. Weil nämlich der neue Musiksender nur auf der Position von Hotbird auf 13 Grad Ost empfangbar war, die heimische Anlage aber nur Astra auf 19,2 Grad Ost empfangen konnte, wurde der erste Drehmotor von Conrad angeschafft.
 
Schnell merkte Ricardo, dass noch viele weitere Positionen interessante Sender aus aller Welt beherbergten und der Virus DX-Sucht (gegen den im übrigens nach Recherchen der Redaktion auch bis heute noch kein Kraut gewachsen ist) konnte sich ungehindert ausbreiten. Manchmal auch zum Vorteil aller Seiten. Denn heute kann sich nicht nur Ricardo glücklich schätzen, sein Hobby zum Beruf gemacht zu haben – auch die Zeitschrift DIGITAL FERNSEHEN profitiert vom Fachwissen des mittlerweile langjährigen Chefredakteurs.
 
In der Rubrik "DIGITAL FERNSEHEN vor 100 Ausgaben" werfen wir künftig an jedem ersten Donnerstag im Monat einen Blick in die früheren Tage der führenden Fachzeitschrift zum Thema Digital-TV. Ab dem morgigen Freitag (2. Dezember) finden Leser die aktuelle Ausgabe 108 (1/2012) druckfrisch am Kiosk, Abonnenten haben Sie bereits im Briefkasten. Das Heft ist natürlich auch in unserem Online-Shop sowie im Abonnement erhältlich.  

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